PROZESS No 3

PROZESS No 3

9. Dezember 2009 bis 30. Januar 2010

Werke von Henry Stöcker, Pomona Zipser und Romen Banerjee

 

 

In PROZESS No 3 zeigen wir die Werke von drei Künstlern:

Den 1954 geborenen Bildhauer Henry Stöcker mit Zeichnungen und plastischen Arbeiten, die 1958 geborene Bildhauerin Pomona Zipser mit Skulpturen und Werken auf Papier, sowie den 1964 geborenen Maler Romen Banerjee mit aktuellen Werken.

„Wir geben den Dingen Wirklichkeitscharakter, indem wir Bezüge herstellen. Jeder Gedanke, der einen Zusammenhang kreiert verleiht der Welt Substanz.

Der Künstler schafft, wenn er Neues gebiert, in einem zeit- und raumlosen Zustand. Denn er ist in diesem schöpferischen Modus bar jedes Gedankens. Er geht im Idealfalle vollkommen im Absoluten auf.

So zeigt sich ihm das Absolute als Form und wird erst in der mentalen Reflexion zum Objekt und damit relativ. Verzichten wir beim Betrachten der Form auf das verstandesmäßige Begreifen, so offenbart sich uns das Absolute.“

Romen Banerjee, Berlin, November 2009

 

Panorama-Ansichten:

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PROZESS No 3 – Eröffnungsrede am 5. Dezember 2009

 

Liebe Freunde,

dies ist jetzt die dritte Ausstellung der Prozessgalerie und ich danke Euch, dass Ihr wieder dabei seid.

Ich möchte ein paar Worte zum Wesen des schöpferischen Modus sagen, dem Zustand also, in dem wir uns befinden, wenn wir etwas wirklich Neues schaffen.

Im Alltag sind wir in der Regel ohne größere Unterbrechungen dazu angehalten Dinge zu erledigen, die anstehen. Mein Eindruck ist oft, daß uns das Leben an der Grenze zur chronischen Überforderung hält. An uns ist es dann, diese Situation als Herausforderung zu begreifen, oder als Zumutung eher auszuhalten. Ich persönlich halte beide Ansätze für Holzwege – aber abgesehen davon möchte ich jetzt hier eher kurz beleuchten, welcher Natur diese ständigen Anforderungen an uns sind.

In der Regel versuchen wir den Anforderungen gerecht zu werden und erleben das dann als Druck oder Stress.

Im therapeutischen Sinne überträgt man irgendwelche im Elternhaus gelernte Verhaltensweisen und versucht unterm Strich also vermeintlich anderen gerecht zu werden. Dies erinnert dann ans ein Perpeduum mobile, denn man wird nie fertig.

Vielmehr scheint Druck oder Stress allein durch das konditionierte Denken zu entstehen. Das bedeutet, dass durch das Denken erst Bezüge zwischen den Dingen und Sachverhalten entstehen. Das bedeutet in der Konsequenz weiter, daß erst das Denken den Dingen oder Situationen Wirklichkeitscharakter verleiht, gerade dadurch, dass Wertungen und Bedeutungen geschehen. Ohne Bezüge, Wertungen und Bedeutungen die uns das Denken beschert, wäre unsere die Welt ohne Substanz. Die Welt wäre ein Traum.

Ein Traum, in dem wir und alles was wir tun, wollen und entscheiden etc. geträumt werden. In diesen Momenten ohne Bezüge scheint es ein Handeln zu geben, obgleich eine Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt nicht mehr beobachtbar ist.

Nach meiner Erfahrung ist der Künstler in seinem Schaffensprozess wiederholt und manchmal sogar über einen längeren Zeitraum anhaltend in einem gedanken- und damit bezugslosen Zustand.

Mit der Beendigung des Denkens tritt auch jede Wahrnehmungsmöglichkeit von Zeit und Raum in den Hintergrund. Und manchmal, wenn man es als Künstler aufgibt Hin-und-Her zu springen zwischen diesem Modus der Intuition auf der einen Seite und der Reflexion des Denken auf der anderen Seite

– wenn man also vollständig eintaucht in den Zustand des Schöpferischen und auch die letzte innere Distanz des Schutzes aufgibt, dann hat man das Glück, daß sich einem ganz bewusst das Absolute als Form offenbart.

In der mentalen Reflexion wird die Form dann sofort wieder relativ. Aber die Form birgt das Potenzial des Absoluten.

Und das ist es, was man meiner Ansicht nach in den Arbeiten von Pomona Zipser und Henry Stöcker besonders deutlich wahrnehmen kann.

Diese Arbeiten haben den Charakter einer Einladung an den Geist, sich zurückzulehnen, sich zu entspannen. Wenn wir diese Arbeiten in diesem Aspekt vergleichen mit den Arbeiten der letzten Ausstellung von Frank Tangermann und Heike Ruschmeyer, so verzichten diese Arbeiten auf dieses soghafte Element des In-den-Bann-Schlagens.

Diese Arbeiten hier verzichten auf jede Form der Forderung. Vielleicht gibt es hier und da Assotiationen, aber jenseits dieser mentalen Bezüge bergen diese Arbeiten in ausgeprägter Deutlichkeit ein existenzielles Potenzial:

In diesen Formen hat sich nach meinem Empfinden das Absolute ganz besonders deutlich manifestiert.

Und diese Arbeiten laden ein.

Sie laden dazu ein Raum und Zeit hinter sich zu lassen, alle Bezüge und Bedeutungen hinter sich zu lassen, den Druck oder Stress des Alltags ihren Wirklichkeitscharakter abzusprechen.

Diese Arbeiten laden dazu ein, bewusst teilzuhaben an dem Vorgang der Schöpfung.

Folgen wir dieser Einladung radikal und geben wir unsere innere Distanz auf, so offenbart sich uns in diesen Formen das Absolute – zumindest ein Funke ebendessen.

Danke und schöne Stunden …

 

Einladung:

Liebe Freunde,

wir laden Sie herzlich zu unserer nächsten Ausstellung PROZESS No 3 ein. Die Eröffnung findet statt am

Samstag, den 5. Dezember 2009 von 12.00 – 16.00 Uhr.

Die Ausstellung geht vom 9. Dezember 2009 bis zum 30. Januar 2010.

In PROZESS No 3 zeigen wir die Werke von drei Künstlern:
Den 1954 geborenen Bildhauer Henry Stöcker mit Zeichnungen und plastischen Arbeiten, die 1958 geborene Bildhauerin Pomona Zipser mit Skulpturen und Werken auf Papier, sowie den 1964 geborenen Maler Romen Banerjee mit aktuellen Werken.

„Wir geben den Dingen Wirklichkeitscharakter, indem wir Bezüge herstellen. Jeder Gedanke, der einen Zusammenhang kreiert verleiht der Welt Substanz.

Der Künstler schafft, wenn er Neues gebiert, in einem zeit- und raumlosen Zustand. Denn er ist in diesem schöpferischen Modus bar jedes Gedankens. Er geht im Idealfalle vollkommen im Absoluten auf.

So zeigt sich ihm das Absolute als Form und wird erst in der mentalen Reflexion zum Objekt und damit relativ. Verzichten wir beim Betrachten der Form auf das verstandesmäßige Begreifen, so offenbart sich uns das Absolute.“

(Romen Banerjee, Berlin, November 2009)

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