Die Galerie

Entstehung und Anliegen der PROZESSGALERIE

Die PROZESSGALERIE ist eine Organisationsplattform von Künstlern und Kunstvermittlern verschiedener Disziplinen (Bildende Kunst, Musik, Literatur, Film) für ihre Kollegen und wird von diesen selbständig getragen. Hier wird künstlerischem Austausch in konkreten, professionell organisierten Projekten ggf. spartenübergreifend unter dem Blickwinkel einer wahrhaftigen Haltung Raum gegeben.

Die Sachzwänge des Kunstmarktes und der Pragmatismus des Alltags haben uns Künstlern und Kunstvermittlern den Blick darauf verstellt, weshalb wir einst in der Kunst angetreten sind. Natürlich gab es auch Träume von Ruhm, Ehre und Reichtum. Dennoch, ein vielfach verbindendes Element war die Suche nach „dem Wahren“ und „innerer Tiefe“ – dieses Bedürfnis, „die Dinge auf den Punkt zu bringen“. Auch wenn dieser Drang im Schaffensprozess heute immer wieder aufblitzt, so scheint uns doch eine allumfassendere Radikalität, die die persönliche Existenz des Künstlers noch deutlicher mitumspannt, für einen gesellschaftlichen Qualitätssprung unabdingbar.

Der Effizienzmodus des Getriebensein steht offenbar der Haltung des Schöpferischen, bei der die mentale „Ich-haftigkeit“ in den Hintergrund tritt, diametral entgegen. Während diese „ich-losen“ Zustände in der Regel als wahrhaftig und als Glück erlebt werden, scheint Getriebenheit – in abgestufter Ausprägung – mit manischen und/oder depressiven Empfindungen (und ihren Spielarten) einherzugehen.

Die mehr als verständlichen Berührungsängste der meisten Künstler – von anderen gesellschaftlichen Gruppen ganz zu schweigen – mit spiritueller und psychotherapeutischer Thematik rühren daher, dass traditionell Vokabular und Thema erst von der Kirche und seither von der sogenannten Esoterischen Szene besetzt sind, bzw. Therapie nach wie vor mit „Krank sein“ in direktem Zusammenhang gesehen wird.

Es gilt klarzustellen, dass ein Paradigmenwechsel hin zu spirituellen Zusammenhängen – also in welchem Verhältnis steht das Innen zum Außen – als Weiterentwicklung der Aufklärung verstanden werden kann. Allein durch das Werkzeug der Aufklärung – das Denken – ist dies nicht zu bewältigen. Das galileische Fernrohr, durch das wir heute zu schauen haben um diese Zusammenhänge zwischen Innenwelt und Außenwelt zu begreifen, heißt Kontemplation.

Dabei spielen die Künste deshalb eine wichtige Rolle, da der Künstler in dem Augenblick der Schöpfung nämlich genau dies tut: Er macht sich frei von den Zwängen des Denkens und folgt den inneren Notwendigkeiten des Werkes. In der Regel ist dem Künstler jedoch die Tragweite jenes Vorganges nicht bewusst. Er nimmt diesen Vorgang einzig als persönliches Erlebnis, das es auch ist, aber eben nicht nur ist. Dieser schöpferische Vorgang zeigt das Potential, aus dem heraus Wahrnehmung und Handlung erfolgen kann.

Dieses Verständnis untereinander zu schärfen, vertiefen und zu analysieren, in den Fachkreisen der Künstlerschaft der verschiedenen Disziplinen zur Disposition zu stellen, sowohl entsprechende Strategien mit Partnern in Wirtschaft und Wissenschaft zu entwickeln, wird Aufgabe der PROZESSGALERIE in den kommenden Jahren sein.

 

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